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Gewinner 2026
Einfluss der Bebauung auf die urbane Ventilation
Visualisierung mit Strömungsversuchen an Modellen
Maturand:in:
Gustav Schönfeld
Gymnasium:
Kantonsschule Hohe Promenade
Gustav widmet sich mit seiner Matura-Arbeit einem hochaktuellen Thema der Stadt- und Klimaplanung. Er untersucht den Städtischen Wärmeinsel-Effekt und zeigt, wie sich Städte durch gezielte Planung besser an den Klimawandel anpassen können. Im Fokus stehen dabei die urbane Ventilation und der Einfluss verschiedener Gebäudetypologien auf Kaltluftströme. Mithilfe eines selbstgebauten Windkanals führte Gustav eigene Strömungsversuche an Modellen durch. Seine Experimente zeigten, dass insbesondere die Fläche der windzugewandten Gebäudefronten sowie die Orientierung der Bauten zur Windrichtung entscheidend sind. Auch dichte Bauweisen erwiesen sich als relevant, können jedoch durch eine kluge Anordnung positiv beeinflusst werden. Neben den wissenschaftlichen Ergebnissen zeugt die Arbeit von grosser Ausdauer, Kreativität und technischem Geschick. Gustavs Projekt verbindet theoretisches Wissen mit praktischer Umsetzung und leistet einen wertvollen Beitrag zur klimafreundlichen Stadtentwicklung.


Morphende Flügelprofile
für vertikalachsige Kleinwindräder
Maturand:in:
Hugo Paul Vetter
Gymnasium:
Stiftsschule Einsiedeln
In seiner Matur-Arbeit erforscht er das Konzept morphender Flügelprofile für vertikalachsige Kleinwindräder. Ausgangspunkt ist der klassische H-Rotor, dessen symmetrische Flügel durch ein aktiv verformbares, asymmetrisches Profil ersetzt werden. Dieses morpht während der Rotation und erzeugt so maximalen Auftrieb bei minimalem Widerstand, was die Effizienz deutlich steigert. Um seine Hypothese zu überprüfen, entwickelte Hugo einen funktionierenden Prototyp und führte praktische Tests durch. Ergänzend dazu erstellte er eine Simulation, die ebenfalls einen klaren Leistungsgewinn zeigte. Die Arbeit vereint theoretische Analyse, Prototypbau und experimentelle Überprüfung auf überzeugende Weise. Hugos Projekt zeigt eindrücklich, wie kreative Ideen und technisches Engagement zu nachhaltigen Lösungen im Energiebereich beitragen können.


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Ausgezeichnete 2026
Trasskalk
Ökologischer Mehrwert und chemische Eigenschaften von Trasskalk für Mauerverschalungen
Maturand:in:
Florian Flückiger
Gymnasium:
K+S Rämibühl
Sein Interesse am Bauwesen entwickelte sich bereits früh durch direkte Einblicke in laufende Bauprojekte und praktische Erfahrungen auf Baustellen. Daraus entstand eine praxisnahe und umweltrelevante Matura-Arbeit, die reale Fragestellungen aus dem Bauwesen aufgreift. Besonders faszinierte ihn das Projekt der Glattalbahn, bei dem er sich intensiv mit einem ökologisch ausgerichteten Teilprojekt auseinandersetzte. In seiner Arbeit untersuchte Florian das chemische Verhalten von Trasskalk für eine nachhaltige Mauerverschalung entlang des Altbachs in Zürich-Kloten. Zentrales Element war der Bau eines massstabsgetreuen Mock-ups, an dem Labor- und Feldversuche durchgeführt wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass sich der anfänglich hohe pH-Wert des Trasskalks bereits nach kurzer Zeit deutlich reduziert und keine relevante Belastung für das Fliessgewässer darstellt. Damit konnte die chemische Eignung des Materials für den geplanten Einsatz und die Voraussetzung für eine Baubewilligung nachgewiesen werden. Florians Arbeit verbindet Theorie und Praxis auf eindrückliche Weise und bietet wertvolle Erkenntnisse für ökologisches Bauen und umweltverträgliche Infrastrukturprojekte.


Quand les déchets des uns deviennent la matière première des autres
Étude sur la revalorisation des déchets de chantiers dans le canton de Neuchâtel
Maturand:in:
Charles-Henri de Pourtalès
Gymnasium:
Lycee Jean Piaget
Mit seiner Matura-Arbeit greift Charles-Henri eine visionäre und gesellschaftlich hochrelevante Fragestellung auf. Schon früh entwickelte er durch zahlreiche Baustellenbesuche ein kritisches Bewusstsein für den Umgang mit Aushubmaterialien und Bauabfällen. In seiner Maturarbeit setzt er sich intensiv mit den Schwächen des heutigen Recyclingsystems im Bauwesen auseinander. Er zeigt auf, dass bestehende Strukturen zwar funktionieren, jedoch wirtschaftlich zu wenig attraktiv sind, um eine flächendeckende Kreislaufwirtschaft zu etablieren. Auf Grundlage von Interviews, Baustellenbesuchen und Analysen entwickelt er ein Zukunftsmodell, in dem Abfälle als wertvolle, rentable Rohstoffe verstanden werden. Dabei betont er die besondere Bedeutung des Recyclings in einem rohstoffarmen Land wie der Schweiz. Sein Ansatz verbindet ökologische Ziele mit klaren wirtschaftlichen Anreizen, etwa durch steuerliche Vorteile und Investitionen in neue Technologien. Charles-Henris Arbeit zeigt eindrücklich, dass eine funktionierende Kreislaufwirtschaft nur durch das gemeinsame Engagement von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft möglich ist.

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Nominierte 2026
Developing a 6 DoF Robotic Arm
Maturand:in:
Andrin Winzap und Remi Gerber
Gymnasium:
Kantonsschule Alpenquai
Remi und Andrin überzeugten mit einer technisch hochkomplexen und interdisziplinären Matur-Arbeit. In ihrer gemeinsamen Maturarbeit entwickelten sie einen vollständig selbstgebauten Roboterarm mit sechs Freiheitsgraden, von der Mechanik über die Elektronik bis zur Software. Der Roboter verfügt über eigens konstruierte Antriebe, ein differenzielles Handgelenk sowie einen Werkzeugwechsler für flexible Anwendungen. Die Steuerung erfolgt über mehrere Mikrocontroller mit geschlossenen Regelkreisen, verbunden über eine selbst entworfene Leiterplatte. Auf mathematischer Ebene analysierten sie die Kinematik des Arms und implementierten sowohl Vorwärts- als auch inverse Kinematik für präzise Bewegungsplanung. Trotz technischer Herausforderungen wie elektromagnetischen Störungen fanden sie durch konstruktive Anpassungen robuste Lösungen. Das Ergebnis ist eine funktionierende, erweiterbare und lehrreiche Roboterplattform. Ihre Arbeit zeigt eindrücklich, wie theoretisches Wissen und praktische Umsetzung im Bereich der modernen Robotik zusammenfinden.


Lehmbeton
Potenzial von Aushubmaterial als Zement- und Kiesersatz
Maturand:in:
Simon Stuber
Gymnasium:
Gymnasium Kirchfeld
In seiner Maturarbeit befasst er sich mit Lehmbeton als klimafreundlicher Alternative zu herkömmlichem Beton, der weltweit für einen erheblichen Teil der CO₂-Emissionen verantwortlich ist. Die Arbeit entstand im Kontext eines aktuellen Forschungsprojekts der EMPA unter der Leitung von Dr. Ellina Bernard. Simon untersuchte gezielt das Mischverhältnis von Aushubmaterial zu Magnesiumoxid-Zement und analysierte dessen Einfluss auf mechanische Eigenschaften, Hygroskopie, Wasserresistenz und Schwindverhalten. Die Ergebnisse zeigen, dass ein MgO-Zement-Anteil zwischen 10 % und 15 % besonders günstige Eigenschaften aufweist. Mit diesem Material wären Gebäude mit bis zu zwei bis drei Geschossen realisierbar, bei gleichzeitig verbesserter Raumluftregulierung. Trotz bestehender Herausforderungen wie dem erhöhten Schwinden weist Lehmbeton ein grosses Potenzial für nachhaltiges Bauen auf. Simons Arbeit verbindet experimentelle Forschung mit konkretem Anwendungspotenzial und leistet einen wertvollen Beitrag zur Reduktion der CO₂-Belastung im Bauwesen.


